Ausstellung Berlin

02.06.2006

»In der Gegenwart ohne geschichtsvergessen zu sein«

»jüdisch – jetzt« im Jüdischen Museum in Berlin eröffnet:

 

 

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Eine mattschwarze Wand zieht sich durch das gesamte Jüdische Museum Berlin: Daniel Libeskind, Architekt des Baus, will darin die Leere, das Nichts architektonisch fassen. Immer wieder taucht diese Wand auf. Auch in der Eric F. Ross Gallery des Museums. Seit Donnerstagabend hängen nun 51 Fotografien vor dieser Wand; in weißen Rahmen, die vor dem Schwarz, dem Nichts zu schweben scheinen. Sie zeigen junge Juden, die in Deutschland leben. Alle lächeln. Neun Studenten des Studiengangs Kommunikationsdesign der Hochschule Konstanz haben diese Fotos gehängt. Sie gehören zu dem Ausstellungsprojekt »Jüdische Jugend heute in Deutschland«, das nach New York, Konstanz und Heidelberg nun – zusammen mit dem Projekt »jüdisches« der Fachhochschule Bielefeld – im Jüdischen Museum Berlin gezeigt wird.

 

»Dieser neue Blick auf das jüdische Leben in Deutschland ist faszinierend«, betonte Theresia Lutz, Leiterin der Fotografischen Sammlung im Jüdischen Museum und Kuratorin der Ausstellung bei der Eröffnung: »Er ist voller Offenheit und Feingefühl, auf das Alltägliche gerichtet und in der jüdischen Gegenwart, jedoch ohne geschichtsvergessen zu sein.« Die Sonderausstellung stellt die Projekte aus Konstanz und Bielefeld unter den Titel »jüdisch – jetzt« und ist bis zum 29. Januar in Berlin zu sehen.

 

Die Konstanzer Studenten porträtierten junge Juden mit Hilfe von Interviews und Fotografien, befragten sie nach ihrer Herkunft, ihrer Geschichte ihrer Beziehung zum Judentum und ihrem Verhältnis zu Deutschland. Sie fuhren 5000 km durch ganz Deutschland und interviewten und fotografierten etwa 60 junge Juden. Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Jüdischen Museums, sagte, dass diese Ausstellung einen Prozess der Annäherung beschreibe, der den Weg zu einem unverkrampften Umgang öffnen könne. Sie zeige zudem das jüdische Leben in seiner ganzen Vielschichtigkeit.

 

Stefan Herzet, einer der Ausstellungsmacher aus Konstanz, erinnerte zum Abschluss seiner Einführung an einen Satz aus einem Gespräch mit einem der Interviewpartner: »Eines ist sicher: das jüdische Leben in Deutschland blüht.« »Eine außerordentliche Ausstellung«, lobte Vera Fehrenbach, eine junge Besucherin. Hier stehe nicht der Blick in die Vergangenheit im Vordergrund, auch wenn diese immer präsent sei. Sie findet es spannend, dass gegenwärtiger jüdischer Alltag dargestellt sei und junge Juden in ihrem Alter zu Wort kämen.

 

Am 30.11. wird im Rahmenprogramm des Jüdischen Museums der Dokumentarfilm »Fisch und Vogel – Begegnungen mit jungen Juden« gezeigt werden, der das Entstehen der Ausstellung der Konstanzer Studenten erzählt.

 

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Kontakt:
juedischejugend2005
@ag.htwg-konstanz.de


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